
Carmen Blazejewski
Carmen Blazejewski ist Diplomtheaterwissenschaftlerin und arbeitete als Dramaturgin an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und in den Babelsberger Filmstudios, bevor sie als freie Autorin, Dramaturgin und Filmemacherin nach Mecklenburg zog. Mit ihren All-Age-Kinder- und Jugendromanen reiste sie durch Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Dänemark und die Schweiz. Aktuell wandert sie in ihren Veranstaltungen besonders gern zu verschiedenen Medien und Formaten und macht erlebbar, wie vielfältig das Geschichtenerzählen ist.
Lesung
Der Reiterhof am Meer
9 bis 10 Jahre
Da, wo Nele lebt, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Hunde, Katzen, Pferde, Wiesen, Felder und über allem ein Himmel, soweit das Auge reicht. Doch der Schein trügt. Der Reiterhof, den Neles Mutter auf der kleinen Insel bewirtschaftet, wirft nicht soviel ab, dass man davon leben könnte, und der alte Kahn, mit dem der Vater zum Fischen hinausfährt, müsste dringend überholt werden. Das würde Hunderttausende kosten. Damit Geld in die Kasse kommt, entschließt sich der Vater, auf einem dieser modernen Großfangkutter mit den riesigen Schwimmschleppnetzen anzuheuern. Nele vermisst ihn sehr. Aber der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die Touristen, die hoffentlich ein bisschen Geld auf den Reiterhof bringen. Wie jedes Jahr wird Nele Tag für Tag die Pferde an der Trense herumführen, obendrauf die Touristen. Sie wird ihnen das Satteln erklären und wie man richtig auf einem Pferd sitzt. Und die Touristen werden sich wie immer dumm anstellen oder alles besser wissen. Trotzdem will Nele in diesem Sommer besonders geduldig mit ihnen sein, damit sie genügend Geld einnimmt, um den Vater zurückholen zu können. Ihr erster Tourist kommt aus Köln, heißt David und ist ungefähr in ihrem Alter. Und wenn sein Vater nicht dieser unangenehme Großkotz wäre, der die Insel in eine Goldgrube verwandeln will, könnte er Nele fast sympathisch sein ... Die Lesung wechselt in Filmaufnahmen besonderer Art: Sie sind stumm. Und regen die Kinder an, sich an das Gehörte zu erinnern und es nachzuerzählen. Themen sind Umweltschutz, erste Liebe und soziale Konflikte. In einer Schreibwerkstatt finden die Kinder selbst Konfliktlösungen, bevor sie diese im Buch kennenlernen.

Oetinger
Küss mich, sagte der Vampir
7 bis 9 Jahre
Vampire, Wichtel und Zaubersteine gibt es wirklich, zumindest da, wo Line wohnt, am Rand der Welt im Dörfchen Vogelsang. Vom Kullerberg kann sie bis nach Wismar und aufs Meer schauen, über das vor langer Zeit Nosferatu, der Obervampir, mit dem Schiff von Transsylvanien nach Mecklenburg gekommen ist. Jetzt treibt er nachts sein Unwesen und es ist ihm ein Leichtes, auch zu Line am Kullerberg zu fliegen. All das weiß sie vom Genie, dem Bruder ihrer Freundin Laura. Aber richtig fürchtet sie sich nicht vorm Vampir, schließlich isst sie genügend Knoblauch, und sie haben ja den Wichtel. Weil Mama und Line an ihn glauben, hilft er ihnen und zaubert, wo er kann. Aber als Line einen kleinen Bruder kriegt, der erst mal nur stinkt und schreit, und sie den Wichtel bittet, »das Stinktier« wegzuzaubern, da wird es auch für den Wichtel zu kompliziert. Eines Tages wichtelt es nicht mehr am Kullerberg. Da macht Line sich mit dem Zauberstein und Hund Frau Patschke auf die Suche nach dem Wichtel. Sie traut sich sogar, über den Rand der Welt zu gucken, und was sie dort sieht, ist eine Überraschung ... Obwohl Wismars Nosferatu durch die Geschichte spukt, ist mein Buch besonders geeignet in der Vorweihnachtszeit, denn ein Wichtel hilft, Ängste zu besiegen. Aufgepasst! Was ist Lüge, was ist Phantasie?

Oetinger






